Sonntag, 25. August 2013

/REZENSION/ UND MORGEN AM MEER – CORINA BOMANN












Erschienen: 17. Januar 2013
Seitenanzahl: 346
Kartoniert: 12,95 €
E Book: 9,99 €
Verlag: ueberreuter

 
Ein schräges, halsbrecherisches Roadmovie

Milena möchte wenigstens einmal in ihrem Leben das Mittelmeer sehen. Doch zwischen ihr und ihrem Traum steht die Berliner Mauer. Im Sommer 1989 ist in Ostberlin eine Riese in den Süden wie eine Riese zum Mars: unvorstellbar. Doch mit dem Westberliner Claudius scheint plötzlich alles möglich – eine Liebe, eine Flucht, eine Riese ans Meer. 

Ich kann gar nicht in Worte fassen, wie sehr mir dieses Buch gefallen hat Corina Bomann erzählt wirklich eine wunderbare und berührende Geschichte.
Durch den lockeren aber wunderbaren Schreibstiel lassen sich die Seiten wie im Flug lesen. So ist das gesamte Buch doch sehr umgangssprachlich geschrieben, was aber sehr gut zu der gesamten Geschichte passt. Ab und zu wird sich dann auch noch in perfekten Berlinerisch unterhalten. Was für jemanden der mit Hochdeutsch aufgewachsen ist etwas schwer zu lesen und auch merkwürdig ist. Doch versteht man was gemeint wird.
Von der ersten Seite an wird man nach Berlin im Jahr 1989 entführt. Corina Bomann beschreibt diese beiden Welten, die unterschiedlicher nicht sein können, so genau das man sich wirklich jedes kleine Detail vorstellen kann.
Für jemanden der nach dem Mauerfall, weit weg von der damaligen Mauer aufgewachsen ist, scheint vieles was damals in der DDR passiert ist sehr merkwürdig zu sein und auch sehr unglaubhaft. Doch muss das ja alles mal wirklich so gewesen sein. In der gesamten Handlung wird alles was mit der DDR zu tun hat erklärt. Natürlich was die Stasi war das weiß jeder. Doch was jetzt ein IM ist davon hatte ich jetzt mal überhaupt keine Ahnung. Doch das wird alles schön erklärt. Es passt aber alles trotzdem noch zum Buch. Was einfach daran liegt, das Claudius ja keine Ahnung hat von der DDR und Milena ihm alles erklären´ muss.

"Manchmal gibt´s eben Tage, da kommen nicht mal Funkwellen über die Mauer."  
(Dieser Spruch trifft es meiner Meinung nach ganz passend!)

Claudius und Milena sind zwei wunderbaren Charakteren. Es macht Spaß sie auf ihrer Reise zu verfolgen. Denn so unterschiedlich sie auf den ersten Blick auch schein mögen, so gleich sind sie dann doch.
Beide wurden bis ins kleinste Detail ausgearbeitet und könnten somit auch wirklich damals in Berlin gelebt haben.
Es ist wunderschön zu lesen, wie Milena und Claudius sich trotz der scheinbaren Unmöglichkeit langsam aber sicher ineinander verlieben.
Man hätte sich keinen anderen Schauplatzt als das damalige Berlin für diese Liebesgeschichte aussuchen können.
Was ein kleines schönes Detail ist, die Kapitel sind nach Songtitel benannt, die Milena versucht hat aufzunehmen. Das macht die ganze Geschichte harmonisch und sorgt für ein tolles Gesamtbild.
Was mich nur ein bisschen stört, sie haben immer zu viel Glück. Egal vor welchem Problem sie stehen oder wenn sie in Schwierigkeiten kommen, es gibt immer jemanden der ihnen hilft. Und das immer beim ersten Anlauf. Doch das ist wirklich das einzige was mich an dem gesamten Buch stört.    

Schreibstiel: ♥ ♥ ♥ ♥ ♥ (5/5)
Charakteren: ♥ ♥ ♥ ♥ ♥ (5/5)
Spannung: ♥ ♥ ♥ ♥ (4/5)
Emotionale Tiefe: ♥ ♥ ♥ ♥ ♥ (5/5)
Humor: ♥ ♥ ♥ ♥ (4/5)
Originalität: ♥ ♥ ♥ ♥ ♥ (5/5)



„Und morgen am Meer“ ist eine wunderschöne und zugleich berührende Geschichte über eine junge Liebe, die selbst Hindernisse wie eine Mauer überwinden kann.

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